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WIE DIE ZEITUNG PÜNKTLICH IN DEN BRIEFKASTEN KOMMT!

Für die meisten Leute beginnt der Tag mit einem heissen Kaffee und dazu die Zeitung lesen. Kaum verschwendet man einen Gedanken daran, wie die Tageszeitung jeden Morgen, bei guten und schlechten Wettervoraussetzungen, Sommer und Winter in den Briefkasten kommt. Erst wenn die Zeitung fehlt, was nun tatsächlich kaum der Fall ist, werden wir aus dem selbstverständlichen Alltagstrott wachgerüttelt.

Nein, selbstverständlich ist es nicht, dass unsere Zeitung ausnahmslos und frühzeitig im Briefkasten liegt. Dafür sorgen viele, fleissige Menschen, die sich schon beizeiten, nämlich dann wenn es noch dunkel ist, in der Stadt und in den umliegenden Dörfern auf den Weg machen, um die allmorgendlichen Touren auf sich zu nehmen und die Zeitungen zu verteilen. Für diese Arbeit ist bei uns in Oberhallau bereits seit vier Jahren, Karin Bättig zuständig, die ich vor kurzem bei ihrer täglichen Route begleiten durfte.

Es ist recht dunkel an diesem Morgen. Der Himmel von Wolkenfetzen überzogen, nur ab und zu blinkt ein Stern hervor. Ein erfrischender Windhauch kühlt die Wangen. Absolute Stille im Dorf. Alles schläft. Wir unterhalten uns im Flüsterton, während dessen wir auf den Transport der Zeitungen warten. Die Labrador Hündin namens „Bean“, trägt ein leuchtendes Halsband, damit man sie im Dunkeln erkennen kann. Sie reagiert aufmerksam auf jedes Geräusch, jede Bewegung, erhebt sich, sobald wir Motorenlärm vernehmen und das Scheinwerferlicht an den Hauswänden flackert. Der Transport ist da! Ein freundlicher Mann übergibt uns drei ansehnliche Packungen Zeitschriften. Karin kontrolliert, im hellen Schein ihrer Stirnlampe die Lieferscheine. Wir füllen riesige Umhängetaschen mit Zeitschriften. Es kann losgehen. Bean geht uns voraus, sie kennt unterdessen den fünf Kilometer langen Fussmarsch durch das Dorf  zu den verschiedenen Briefkästen auswendig. Vor allem aber beschützt sie ihre Herrin, obwohl Karin Bättig beteuert, dass sie keine Angst habe, im Dunkeln  alleine im Dorf unterwegs zu sein. Schon nach kurzer Zeit,  verstehe ich ihre Begeisterung über das tägliche Zeitung verteilen! Früh morgens gehört uns der Tag alleine. Faszinierend mutet es an,  in die absolute Stille zu lauschen und dann zuzusehen, wie es am Horizont kaum merklich heller wird.  Es ist so, als ob man zum ersten Mal bewusst die Gerüche der Erde, der Bäume, Pflanzen und Blüten wahrnimmt. Ihren Duft aufzusaugen, erfülle sie mit Glücksgefühlen, beteuert Karin und sie könne sich darum keine schönere Arbeit vorstellen. Mit natürlicher Gelassenheit weiss Karin das Besondere an ihrer alltäglichen Arbeit zu betonen, was zum Schluss führt, dass es nicht so sehr darauf ankommt, was für eine Arbeit wir machen, sondern viel mehr, was wir aus ihr machen. Wie wir sie tun. Seit ungefähr drei Jahren führe sie Buch, über die verschiedenen Wetterlagen und Temperaturschwankungen, sagt sie. Die enormen, alljährlichen Unterschiede, seien äusserst interessant. Dasselbe gelte für die unverhofften Begegnungen mit Tieren. Eines schönen Morgens, sei wie aus dem Nichts ein Fuchs neben ihr aufgetaucht. Huch! Sie lacht und lenkt ein, dass auch sie zuerst unsicher reagiert habe. Allerdings sei ihr „Mister Reinecke“ mit scheuem Abstand und nur zaghaft gefolgt, so als wollte er sie besänftigen. Und  „Madame Bean“ habe sich kein bisschen gegen den neuen Begleiter aufgelehnt, der ihnen eine ziemlich lange Strecke gefolgt sei. Am nächsten Morgen habe er erneut auf sie gewartet, um sie wiederum auf dem haargenau gleichen Weg zu begleiten. Eine ganze Woche zählte der Fuchs zum morgendlichen Gefolge, um danach, so plötzlich wie er aufgetaucht sei, wieder zu verschwinden. Wir gehen durch die dunklen Gassen und stehen auf einmal vor einem Briefkasten auf dem in einem durchsichtigen Glas eine Kerze brennt. „Für mich“, sagt Karin. Seit vier Jahren brenne diese Kerze extra für sie. Auch für ihre Vertretung, einmal in der Woche und während ihren Ferien, flackere das Licht in die dunklen Morgenstunden. Eine besondere Wertschätzung, die ihre Wirkung nicht verfehlt. Bei einem weiteren Briefkasten liegt ein wunderschöner Kater im Korb und döst, lässt sich kurz von Bean beschnuppern, tut kaum einen Wank.

Auf einmal  leuchten die Strassenlaternen auf. Bald darauf kräht ein Hahn und im Geäst der Bäume raschelt es und schon zwitschern die ersten Vögel.  „Es stimmt“, ruft Karin froh. Die Taschen sind leer, das heisst, dass sämtliche, verschiedenen Zeitschriften in die richtigen Briefkästen gelangten! Bean lässt ihren Schweif und den Kopf immer tiefer hängen. Müdigkeit verlangsamt auch unsere Schritte. Mir ist bewusst, dass wir einen Traummorgen erlebt haben und dass solche Morgen nicht immer stattfinden können. Denken wir bloss an die Herbst- und Winterzeit, an dichten Nebel, Regenschauer und Schneegestöber und vereiste Strassen.  

Jedenfalls nehme ich nach dem besonderen Erlebnis mit Karin Bättig, die Zeitung nie mehr selbstverständlich aus dem Briefkasten.  

Katharina Nimanaij

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